Wissenwertes über Farben
Laut einem Bericht von www.beschaffung-info.de sind im Jahr 2006 in Deutschland 1,645 Millionen Tonnen Lacke und Farben verbraucht worden. Hiervon sind fast 1,1 Millionen Tonnen auf Anstrichmittel für den Bau entfallen. Zirka die Hälfte davon waren
Dispersionsfarben oder beziehungsweise Innenfarben . Diese wurden überwiegend von Malerbetrieben und von einer großen Zahl an Heimwerkern verarbeitet.Wandfarben werden zum Schutz der Oberflächen wie Decken und Wände und zum setzen von farblichen Akzenten eingesetzt. Meist sind die Untergründe mineralische (frischer Putz) oder Tapezierte Flächen wie z.B. Raufasertapeten. Innenfarben sind oftmals auf großen Flächen aufgebracht und können dadurch Schadstoffe an die Raumluft abgeben. Diese Schadstoffe können schon beim streichen der Wände und nach der Trocknung freigesetzt werden. Hierdurch kann auch die Gesundheit der Bewohner beeinträchtig werden. Deshalb sollte man beim Kauf der Farben auf die Prüfzeichen achten. Innenfarben und Außenfarben bzw. Wandfarben oder Dispersionsfarben verfügen wie auch Lacke und Lasuren über Bindemittel und Pigmente sowie Lösemittel. Diese Farben haben einen hohen Pigmentanteil sowie einen hohen Füllstoffgehalt. Wandfarben sind nach dem streichen der Wände offenporig. Das heißt, dass die Farbe luft- und wasserdurchlässig ist.
Wandfarben bzw. Innenfarben und Außenfarben (Dispersionsfarben) erhält man überwiegend weiß oder farbig gemischt. Weiße Wandfarben kann man selbst mit Abtönfarben zurechtmischen. Universelle Abtönfarben können sowohl für wässrige Farben (Wandfarben) als auch für Lacke und Lasuren verwendet werden. Pigmente können aus natürlichen Stoffen wie Erde, Pflanzen, mineralen oder aus künstlichen Stoffen hergestellt werden. Pigmente aus der Natur sind z.B. Kreide. Diese wird auch als Füllstoff eingesetzt. Zu den künstlich hergestellten Pigmenten zählt z.B. das Titanweiß. Die Farbe besteht aus Pigmenten und Bindemitteln und bilden somit den Anstrich. Bindemittel verbinden durch ihre Klebrigkeit die Pigmente und sorgen für die Haftung an der Wand.
Die durch den Anstrich entstehende Schicht ist bei Wandfarben bzw. Innenfarben und Außenfarben offenporig. Bei Dispersionsfarben sind entweder Kunstharze, die aus Mineralöl hergestellt werden, oder Naturharze enthalten. Die Dispersion bildet sich durch feinste Harzteile die sich im Wasser nicht lösen können. Latexfarben sind hochwertige Dispersionsfarben mit hohem Anteil an Kunstharz. Für die Herstellung so genannter Leimfarben wird Leim als Bindemittel eingesetzt. Diese Farben werden aber auf Grund ihrer Eigenschaft nicht waschfest zu sein immer weniger eingesetzt. Bei einem Kalkanstrich ist der Kalk auch Pigment zugleich.
Innenfarben wie zum Beispiel Dispersionsfarben, Silikatfarben, Kalkfarbenund Leimfarben wird Wasser als Verdünnung bzw. Lösemittel eingesetzt. Erst durch die Zugabe von Wasser wird die Farbe streichfähig. Nach dem Auftragen der Farbe verdunstet das Wasser und die neue Farbschicht wird wasserdampfdurchlässig und offenporig. In manchen Dispersionsfarben können Lösemittelverbindungen die aus bis zu 5 Prozent synthetische oder organischen Stoffen bestehen enthalten sein. Bei einigen Innenfarben ist es möglich, das Weichmacher zur Verbesserung der Streicheigenschaften wie z.B. besserer Verlauf der Farbe, eingesetzt werden. Es ist möglich, das in Farben die als lösemittelfrei deklariert werden Weichmacher enthalten sind. Lösemittel von Naturharzfarben sind aus natürlichen Produkten wie Zitrusschalenöl oder Balsamterpentinöl.
Wandfarben bzw. Innenfarben enthalten sogenannte Zusatzstoffe, die Haltbarkeit erhöhen und die Verarbeitung vereinfachen. Sie konservieren die Farbe und sind verantwortlich für eine Filmbildung und Elastizität und Weichheit der Farben. Bei Dispersionen sind sie stabilisierend und verhindern die Hautbildung im Eimer. Weiterhin tragen sie dazu bei, die richtige Viskosität einzustellen und die Farbe dadurch tropffrei zu machen. Konservierungsmittel sind biozide Stoffe, die ein nötiger Bestandteil in Farben sind. Sie verhindern in wasserlöslichen Wandfarben bzw. Innenfarben das die Farbe im Eimer durch Mikroorganismen unbrauchbar wird. Um das Volumen der Farben zu erhöhen werden Füllstoffe wie Calciumcarbonat, Silikate und Quarzmehl verwendet ohne das dabei merklich die Eigenschaften der Farben verändert werden. Füllstoffe ermöglichen dem Anstrich eine Strukturgebung. Farbenhersteller geben die Zusammensetzung ihrer Zusatzstoffe nicht preis. Nur bei Konservierungsstoffen, Schwermetallen und Lösemittel die bestimmte Werte überschreiten müssen die Hersteller hierzu Angaben machen.
Zur Anwendung kommen verschiedene Arten von Wandfarben für innen und außen. Es gibt Dispersionsfarben, Leimfarben,Silikatfarben, Kalkfarben, und Naturharzfarben. Je nach Art der Bindemittel und lösemittel entstehen oben genannten Farben. Kunstharzdispersionen werden als Bindemittel, Wasser als lösemittel und organische Verbindungen und Konservierungsmittel zum herstellen von Dispersionsfarben verwendet. Diese Farben sind für stark beanspruchte Flächen sehr gut geeignet. Latexfarben hingegen haben einen höheren Anteil an Kunstharzen und eignen sich dadurch gut für Feuchträume im Innenbereich. Ihre Eigenschaften sind Wasserdampfdurchlässigkeit, starke Scheuerbeständigkeit. Zudem sind sie resistent gegenüber haushaltsüblichen Reinigungsmitteln. Dispersionsfarben sind die häufigst eingesetzten Anstrichmittel.
Für die Herstellung von Leimfarben wird Kreide und ein bindender Leim eingesetzt. Diese Anstrichstoffe erhält man in Pulverform und werden nur mit Wasser angemischt. Konservierungsstoffe und Lösemittel sind in dieser Innenfarbe nicht notwendig. Leimfarben kann man nur in Innenräumen verwenden. Den Anstrich kann man durch abwaschen mit Wasser wieder entfernen. Leimfarben haben aber auch den Nachteil, dass sie wenn man mit Kleidungstücken dagegen streift, Farbe abgeben. Für stark beanspruchte Wände ist die Innenfarbe nicht geeignet.
In Kalkfarben wird das Pigment Calciumhydroxid, das auch gleichzeitig das Bindemittel ist, eingesetzt. Als Lösemittel und zum Verdünnen wird Wasser verwendet. In Kalkfarben sind keine Lösemittel enthalten. Auf Grund der hohen Alkalität werden Bakterien abgetötet weshalb der Kalk sehr gut geeignet ist Stallungen zu streichen. Aber auch im Innenbereich zum restaurieren alter Gebäude wird der Kalk oft zum streichen eingesetzt.
Wasserglas ist flüssiges Kaliumsilikat und wird für die Herstellung von Silikatfarben als Bindemittel eingesetzt. Zum erweitern des Anwendungsspektrums von Silikatfarben, werden der Farbe auch Kunststoffdispersionen zugesetzt. Konservierungsmittel sind für Silikatfarben wie auch bei Kalk auf Grund der Alkalität nicht notwendig. Anstriche mit Silikat gibt es für innen und außen (Fassadensilikat) und sind sehr strapazierfähig.

